Von Veröffentlicht am: 7. April 2019

Mit geschrumpfter Mannschaftsstärke im Vergleich zu vergangenen Großereignissen wie EM oder WM reisten 4 LGAler zu den „8. World Masters Athletics Championships Indoor“ nach Polen. Unsere Delegation bestand aus Ingeborg, Heinz, Christian, Stefan und unserem „Chef“ und Betreuer Toni.

In diesem Jahr fand die Hallen-WM der Senioren vom 24. – 30. März 2019 in der Kopernikus- und Lebkuchenstadt Torun statt.

Kleiner Geschichtsexkurs – Die köstlichen Thorner Lebkuchen sind seit Jahrhunderten berühmt. Diese würzigen Kekse in verschiedenen Formen und Sorten werden in Toruń seit dem 14. Jahrhundert gebacken. Auch heute noch durchzieht die Stadt ein Lebkuchenduft. Rund 700 Lebkuchenformen sind heute bekannt, einige von ihnen werden ausgestellt in der ‚World of Thorner Lebkuchen‘ ( ‚Świat toruńskiego piernika‘) im Kopernikus-Haus. Nikolaus Kopernikus – berühmtester Sohn der Stadt und späterer Astronom. – Ende Geschichtsexkurs!

Über 4000 Athletinnen und Athleten aus 88 Ländern meldeten sich in 24 Wettkampfarten an. Die älteste Athletin kam aus Indien, heißt Man Kaur und ist 103 Jahre alt.

Die Wettkampfwoche in Kurzform:

Tag 1 – Sonntag, 24.03.19

Nachdem am Samstag in Thorn/ Torun die 8. Hallen-WM eröffnet worden ist, begannen für etliche Athleten heute die Wettkämpfe. Unter den 475 Deutschen begann Stefan (M50) mit dem Weitsprung und steigerte sich mit jedem Sprung bis auf 5,11 m. Damit erreichte er unter 29 gemeldeten Springern Platz 16. Ingeborg (W65) konnte ihre im Training verbesserte Leistung noch nicht abrufen und erreichte mit 1,03 m den 8. Platz im Hochsprung.

Tag 2 – Montag, 25.03.19

Am Start über 60m war zunächst Stefan. Aus 8 Vorläufen sollten die Teilnehmer für 3 Zwischenläufe ermittelt werden. Stefan erreichte seine momentane Standardzeit 8,22 s und verpasste damit die Quali für den Zwischenlauf. Hierfür hätte er heute 7,85 s laufen müssen. Christian legte über 400m eine superschnelle erste Runde mit ca. 36s hin. Deutlich zurückhaltender absolvierte er die zweite Runde. Mit der Endzeit von 90,22s war er sehr zufrieden. Zwar hatte er den Endlauf verpasst, aber sich um 2 s gegenüber der LM in Hamburg verbessert.

Tag 3 – Dienstag, 26.03.19

Ingeborg verbesserte zunächst beim Weitsprung mit 3,27m ihre Leistung von den DM und erzielte damit Platz 8. Die Weite der Siegerin von 3,72m zeigt, wie eng die Konkurrenz zusammenlag. Auch beim anschließenden 60m-Lauf in 10,79s war sie 15 Hundertstel schneller als bei LM und DM. Alle anderen Alsternordler hatten heute Ruhetag.

Tag 4 – Mittwoch, 27.03.19 – frei für alle

Tag 5 – Donnerstag, 28.03.19

Heute stand für Stefan der 200m-Lauf auf dem Programm. In 11 Vorläufen mussten die Läufer für 3 Semifinale ermittelt werden. Damit war klar: 11 Sieger und 7 Zeitschnellste kommen weiter. Stefan kam mit einem superschnellen Start aus dem Block, trommelte mit hoher Frequenz die Gegengerade hinunter und kam knapp an dritter Stelle liegend in die letzte Kurve. Geradezu glücklich und zufrieden lächelnd wirkte er auf den Fotografen, als er sich auf die abschüssigen letzten 40 m machte. Doch auch seine Gegner hatten noch einige „Körner“ zuzulegen. Der Abstand zum Zweite verringerte sich zwar, aber es reichte dennoch nicht. Platz 3 in wirklich ordentlichen 26,29s.

Tag 6 – Freitag, 29.03.19

Am vorletzten Tag der WM standen u.a. die Finalläufe über 200m auf dem Programm. Diese Distanz spielt für viele Aktive eine besondere Rolle, da mit der gelaufenen Zeit nicht nur eine Einzelwertung sondern auch eine Qualifikation für die jeweilige Nationalstaffel verbunden ist.
Von unseren Vereinsathleten traten heute Ingeborg, Heinz und Christian an. Ingeborg zeigte vom Start weg ein beherztes Rennen und verbesserte ihre Zeit von den DM um fast 2 Sekunden auf 38.53s. Heinz erreichte in seinem ersten WM -Start in Torun sehr gute 33,25 s und erzielte die zweitbeste Zeit eines deutschen Athleten. 
Christian bestätigte seine Form mit 35,28 s und wurde damit fünftbester Deutscher.

Tag 7 – Sonnabend, 30.03.19

Teil 1: Letzter Tag der WM in Torun. Staffeltag = Goldtag für unsere Alsternordler.
Große Aufregung unter den Aktiven, wenn Sportler aus verschiedenen Vereinen sich für die Nationalstaffel qualifiziert haben. Da müssen persönliche Vorlieben wie Start- oder Schlussläufer abgeklärt werden. Wie soll gewechselt werden? Rechts- Links oder Links- Rechts? Wie soll die Taktik ausgerichtet werden? Schnellster Läufer am Ende? Erfahrene Läufer auf der Position 2, um die Übergabe in der Bahn und dann nach der Kurve das Einwechseln auf die Innenbahn regelgerecht zu gestalten?
Das Team M50 entschied sich für die Variante „Schnelle Läufer zuerst“, um in Ruhe als erste wechseln zu können.
Die Rechnung ging auf. Die Finalteilnehmer vom 200m-Einzelrennen Lachmann, Möller, Klingenberg legten gut vor, sodass Stefan mit kleinem Vorsprung in die letzte Runde einlaufen konnte. Stefan rannte mit einem Druck wie nie zuvor, denn es war seine erste Finalteilnahme bei einer WM. Mit sicherem Vorsprung kam er über die Ziellinie. 1: 37,76 min. vor Canada (1:39,57 min.) – Goldmedaille für Team M50!

Teil 2: Die Staffel der M75 mit zusammen mehr als 300 Lebensjahren und zwei sehr erfahrenen Sprintern entschied sich für die Methode „Sicherheit am Anfang und am Ende“. Also übernahm Heinz Keck den Start, übergab dann an den in Staffelwechseln nicht so erfahrenen Fünfkampfweltrekordhalter Rolf Geese, der dann nach der Kurve in der Innenbahn laufend und in Führung liegend sicher an den Staffelneuling Werner Götze übergab. Beherzt ging Werner auf die Strecke und konnte ungefährdet auf den Bronzemedaillengewinner Friedhelm Adorf weiterleiten, der mit großem Vorsprung vor den Briten in 2: 10,92 min. die Ziellinie überquerte. Damit war eine weitere Goldmedaille in den Besitz eines DLV- Teams und eines Alsternordlers übergegangen.
Große Anerkennung wurde aber auch Christian und Ingeborg zuteil, die dieses Mal leider nur als Ersatzläufer nominiert waren, sich aber selbstverständlich mit ihrem Team vorbereitet haben. Ingeborgs Team W65 erkämpfte sich übrigens die Silbermedaille.

Wie immer hat Toni dankenswerter Weise das Geschehen unserer 4 Aktiven mit Bleistift und Kamera verfolgt und daraus den folgenden zusammenfassenden Bericht erstellt.


httpss://hhlv.de/ergebnisse/2019/04/7-medaillen-fuer-hamburger-senioreninnen-bei-hallen-wm-in-torun-pol/
Medaillenspiegel
"Ewige Bestenlisten" überarbeitet
Staffel-Weltrekord für LG Alsternord-Senioren M75 bestätigt

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